WM in Berlin – und wir waren dabei!

Am Morgen des 12. Januar machten sich 52 Handball-interessierte auf den Weg, um einmal ein wenig WM-Luft in Berlin zu schnuppern und den zweiten Spieltag der deutschen Gruppe live mitzuerleben. Nachdem noch schnell ein Foto geschossen wurde, setzten wir uns in Bewegung, allerdings nicht lange, denn schon in Northeim gab es den ersten Zwischenhalt. Seltsame Geräusche sorgten die umsichtigen Busfahrer und um eine Panne irgendwo weit von daheim zu vermeiden, kehrten wir zunächst in eine MAN-Werkstatt ein und ließen das Fahrzeug fachmännisch überprüfen. Zum Glück wurde das Problem schnell gefunden und behoben und so konnten wir uns nun endlich endgültig auf den Weg machen. Die Fahrt verlief ab da bis Berlin problemlos, sieht man mal von dem Umstand ab, dass schnell klar war, dass die mitgeführten Kaltgetränke wohl nur für die Hinfahrt reichen würden.

In Berlin stockte unsere Anreise erneut. Demonstrationsfreiheit ist ja bekanntlich ein hohes Gut unserer Demokratie, aber doch bitte nicht, wenn wir gerade auf dem Weg zur Handball-WM sind. Nach einiger Zeit im Schritttempo hinter Demonstranten und Polizei kam endlich die Mercedes Benz Arena in Sicht.

Die ersten Minuten des Spiels zwischen Russland und Korea waren schon um, als wir endlich auf unseren Plätzen eintrafen. Es ent-wickelte sich wie erwartet keine hochklassige und spannende Partie, so dass alle die Zeit nutzten, um überhaupt erstmal richtig anzu-kommen und sich häuslich einzurichten. Schließlich mussten ja erstmal Fahnen und das mitgebrachte Transparent aufgehängt werden.  Auch bei diesem Spiel entwickelte sich schon eine gute Stimmung auf den Rängen. Die tolle Halle und die gute Sicht von allen Plätzen tat ihr Übriges dazu.

Die Fanzone wurde ebenso wie die Verpflegungsstände besucht und alle fanden sich schnell in der großen Halle zurecht.

Die Anspannung stieg, denn nun war es ja endlich so weit: die deutsche Mannschaft war da und bereitete sich gewissenhaft auf ihr Spiel gegen Brasilien vor. Natürlich wurden auf der Fahrt schon alle bisherigen Ergebnisse ausgiebig diskutiert und man war sich ein-hellig einig, dass die deutsche Sieben im Ver-gleich zum ersten Spiel noch eine Schippe zulegen musste, um die starken Brasilianer zu schlagen.

Und dann ging es endlich richtig los. Die ausverkaufte Halle begrüßte begeistert die einlaufenden Mannschaften. Die National-hymne gemeinsam mit 13.500  Anderen mitzusingen hat schon was.

Das Spiel entwickelte sich dann überraschend schnell deutlich zu unseren Gunsten. Als hätten die Mannen von Bundestrainer Prokop unsere Bedenken gehört, gaben die Jungs nach kurzer anfänglicher Nervosität richtig Gas und setzten sich schnell mit einigen Toren ab. Vor allem die erwartet starke Abwehr stellte die südamerikanischen Angreifer immer wieder vor unlösbare Aufgaben. Und ergab sich doch mal eine gute Chance, gab es da ja auch immer noch zwei starke Torhüter.

Die Stimmung über die gesamten 60 Minuten war fantastisch und wir Zuschauer hatten auch ordentlich zu tun. Es wurde die gesamte Spielzeit fleißig geklatscht, gejubelt, die Welle gemacht und was noch alles dazu gehört.

Ein deutlicher 34:21 Sieg war am Ende das verdiente Ergebnis und alle waren sich einig: so kann es gerne weiter gehen.

Aber der Tag war ja noch nicht vorbei. Im dritten Spiel traf Frankreich auf Serbien und zunächst entwickelte sich ein spannendes Spiel mit leichten Vorteilen für Serbien. In Halbzeit Zwei führten viele technische Fehler und Ballverluste aber zu einem ungefährdeten Sieg des amtierenden Weltmeisters. Erfreulich, dass immer noch gute Stimmung eines etwas verringerten Publikums auch diesen beiden Mannschaften eine tolle WM-Atmosphäre bescherte.

Um 22:30 Uhr traten wir verlustfrei und mit einigen Autogrammen die Heimreise an und alle waren sich einig, dass spätestens zum nächsten großen Handball-Event in Deutschland, der EM 2024, eine Wieder-holung nötig ist.

Die Rückreise verlief dann deutlich unaufgeregter als die Hinfahrt. Die Spiele wurden ausgiebig analysiert, die Bedeutung von Powerbanks trat gerade bei den jüngeren Mitreisenden in den Fokus und auch die aufgefüllten Kaltgetränke erfreuten sich immer noch einiger Abnehmer. Um drei Uhr in der Früh erreichten wir dann wieder Gillersheim und verabschiedeten uns voneinander nach einem tollen Tag in der Hauptstadt.

Bei den nächsten Spielen werden nun wieder zu Hause bzw. beim Public Viewing im Sporthaus die Daumen gedrückt, damit das Wintermärchen 2007 in diesem Jahr seine Fortsetzung findet.

Danke an Frank Appel für die Organisation dieser Fahrt und entspannte und begeisterte Mitfahrer, die diesen Tag sicher alle noch lange in Erinnerung behalten werden.

 

Alex Ehrlich